Nationaler

Kulturdialog

Dialogue Culturel

National

Dialogo Culturale

Nazionale

Forum sur le Patrimoine

culturel de la Suisse

WORKSHOPS

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SHOP 1

Wer macht was und warum? Effiziente Gouvernanz für ein komplexes Erbe.

Moderation: Benno Widmer, Stefan Zollinger

Auf nationaler Ebene gibt es in der Schweiz verschiedene Organisationen und Strukturen innerhalb und ausserhalb der Verwaltung, die sich für den Erhalt des Kulturerbes engagieren und Koordinationsfunktionen übernehmen. Beispiele hierfür sind das Netzwerk Kulturerbe Schweiz, Memoriav, die Fotostiftung, KOST, SAPA, der Nationale Kulturdialog NKD, die interkantonalen Fachkonferenzen usw. Funktioniert die Abstimmung zwischen diesen Strukturen, oder gibt es Defizite und gar Doppelspurigkeiten? Die Rollen der Akteure und deren Beziehungen zueinander sollen überdacht werden. Auf internationaler Ebene soll die Schweiz weiterhin eine aktive Rolle spielen. Profitieren die nationalen Partner ausreichend von den internationalen Impulsen? Die Erarbeitung einer nationalen Strategie für das Kulturerbe verlangt zudem nach einem gemeinsamen Verständnis von Tragweite, Grad der Verbindlichkeit und notwendiger Abstimmung. Wie kann die Governance des Erbes verbessert werden, um eine effiziente multisektorielle Abstimmung und Koordination zu erreichen?

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SHOP 2

Sichern oder alles verlieren? Digitale Nachhaltigkeit fürs Kulturerbe.

Moderation: Alain Dubois, Damian Elsig

Der digitale Wandel und der Einsatz künstlicher Intelligenz spielen auch im Umgang mit dem kulturellen Erbe eine zentrale Rolle. Konzepte wie Authentizität, originale Substanz und digitale Teilhabe gewinnen an Bedeutung, während die digitale Langzeitarchivierung, digitale Souveränität und Datensicherheit sowie rechtliche Fragen neue Herausforderungen mit sich bringen. Der digitale Wandel erfordert zusätzliche Ressourcen und Kompetenzen, gemeinsame Referenzrahmen und das Teilen von Infrastrukturen. Wie und von wem kann eine koordinierte Bewahrung des digitalen Kulturerbes entwickelt werden? Welche Bedürfnisse bestehen für eine harmonisierte digitale Langzeitarchivierung?

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SHOP 3

Umfassen und transversal, geliebt, unbequem und geteilt. Eine Neuverhandlung des Erbes?

Moderation: Marcia Haldemann

Die Schweizer Bevölkerung lebt das Kulturerbe auf vielfältige Weise und mit Begeisterung. Die Erfahrung des Erbes ist heute bereits oftmals transversal, die operativen und administrativen sektoriellen Aufteilungen sind hingegen künstlich. Was bedeutet ein umfassender Ansatz für die Pflege des Kulturerbes, für welche Ziele macht er Sinn und wo sind die Grenzen? Betrifft die angestrebte Transversalität nur das Erbe oder auch die chronologische Einheit von Erbe und Schaffen? Wie gehen wir mit einer zunehmenden Kommunitarisierung des Erbes um? Wie soll das Erbe von Minderheiten, das „Patrimoine partagé" und das koloniale Erbe integriert und behandelt werden? Wie stabil ist der Rahmen der europäischen, demokratischen und humanistischen Werte? Und wie funktioniert in diesem Zusammenhang echte Teilhabe?

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SHOP 4

Wissen wir, was wir tun? Für mehr Expertise und Professionalisierung im Kulturerbe

Moderation: Isabelle Raboud

Zur Pflege und Erhaltung des Schweizer Kulturerbes soll ein ganzheitlicher und umfassender Ansatz angestrebt werden. Dies erfordert eine vertiefte Kenntnis des kulturellen Erbes sowie eine fundierte Debatte und eine sowohl wissenschaftliche als auch praxisbezogene deontologische Reflexion über das Erbe. Fragen zur Identifikation, Selektion, Konservierung und Nutzung des Erbes als gesellschaftliche Ressource – insbesondere auch vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie der Klimaanpassung – verlangen nach spezialisierter Expertise und breiter Anwendung professioneller Diagnostik und Standards. Dafür müssen die nötigen Rahmenbedingungen bestehen. Wo findet in der Schweiz die Debatte zum Kulturerbe statt? Wer entwickelt wissenschaftliche Konzepte? Und sind wir bei der Erhaltung professionell genug unterwegs?

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SHOP 5

Lebendige Traditionen bewahren: Räbechilbi in Richterswil

Moderation: Katrin Rieder, Stefan Koslowski

In einem von Katrin Rieder im Jahr 2024 in Richterswil durchgeführten Projekt sollte die Räbechilbi Richterswil unter Einbezug der Bevölkerung weiterentwickelt und neu ausgerichtet werden. So sollte deren Fortbestand langfristig gesichert und das Gemeinschaftsgefühl bewahrt werden. Dabei wurde dem Gleichgewicht zwischen der Pflege der Tradition und dem Tourismus Rechnung getragen. Anhand der Erkenntnisse dieses Projekts werden ähnliche Fragestellungen zum Umgang mit lebendigen Traditionen diskutiert.

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SHOP 6

Das audiovisuelle Erbe zentral erfasst: Inventarprojekt und Memobase

Moderation: Marco Eichenberger, Cécile Vilas

Wie sieht es mit der audiovisuellen Schweiz aus? Wo gibt es überall audiovisuelle Dokumente? Seit 2022 führt Memoriav ein gesamtschweizerisches Inventarprojekt für audiovisuelle Dokumente durch. Das vorrangige Ziel besteht darin, eine Gesamtübersicht der in den Kantonen vorhandenen audiovisuellen Bestände (Fotos, Videos, Filme, Tondokumente) zu erstellen und ihren jeweiligen Erhaltungszustand zu ermitteln. Erfasst werden sowohl analoge als auch digitale Bestände. Die Bestände sollen in die nationale Datenbank Memobase übertragen werden. Welche administrativen, technischen und politischen Erfahrungen wurden mit diesem Projekt gemacht? Wer nutzt Memobase auf welche Weise? Braucht es eine Zentralisierung der Daten oder reicht ein Mapping?

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SHOP 7

Geschlossene Lücke : Wie weiter mit dem Patrimoine culinaire?

Moderation: Olivier Girardin, Julien Vuilleumier

Lange Zeit fehlte eine Identifikation des Schweizer kulinarischen Erbes. Seit 2009 liegt als Ergebnis eines parlamentarischen Vorstosses ein Inventar vor, 2022 folgte dessen Gesamtpublikation unter dem Titel Enzyklopädie der Schweizer Kulinarik-Landschaft. Der Verein „Kulinarisches Erbe der Schweiz" wurde 2004 für diese Arbeiten ins Leben gerufen. Das Projekt wurde von Bund und Kantonen mitfinanziert. Auf diese Weise wurde eine Lücke in der Dokumentation des Kulturerbes der Schweiz geschlossen. Und jetzt? Was passiert nach der Inventarisierung und Publikation? Wer finanziert? Kann diese Patrimonialisierung als Beispiel für andere Bereiche gelten? Welche Erkenntnisse gibt es?

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SHOP 8

Normen und Standards: Die Normenkommission KoNo heute und morgen

Pitch: Nina Mekacher | Moderation: Anne Pfeil

Europäische Normen, die von der Schweiz übernommen werden, haben einen wesentlichen Einfluss auf die Erhaltung des Kulturerbes in der Schweiz. Das Bundesamt für Kultur (BAK) führt deshalb in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste Bern (HKB) und freischaffenden Expertinnen und Experten seit einigen Jahren ein Observatorium («KoNo») neu entstehender Normen. Ziel ist es, die Anliegen und Bedürfnisse der Schweizer Praxis frühzeitig in die europäischen (CEN) und schweizerischen (SIA) Normierungsprozesse einbringen zu können. Bisher fokussierte sich dieses Observatorium auf baukulturelle und konservatorisch-museale Normen. Unter welchen Voraussetzungen kann und soll dieses Observatorium strategisch erweitert werden? Welche Gebiete im Bereich der Normen und Standards sind wichtig? Wie kann die Einflussnahme der Schweizer Fachleute erhöht und deren Einbezug sichergestellt werden? Anhand der praktischen Erfahrung von KoNo kann ein zukünftiger Umgang mit neuen Normen und ihrer Entstehung diskutiert werden.

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SHOP 9

Das Erbe als Malaise: Das Wandbild in der Schule Wylergut in Bern

Moderation: Franziska Burkhardt, Nina Ammon

Eine 1949 entstandene Wandmalerei im Berner Schulhaus Wylergut zeigt ein Alphabet, das die Buchstabenfolge mit Gegenständen, Tier- und Pflanzenarten, aber auch mit drei stereotypen Darstellungen je eines chinesischen, eines afrikanischen und eines amerikanisch-indigenen Menschen illustriert. Das Werk der Künstler Eugen Jordi (1894–1983) und Emil Zbinden (1908–1991) ist ein Ausdruck der damaligen Kultur, die Menschen nach ihrer Hautfarbe einteilte. Die Stadt Bern schrieb einen Projektwettbewerb zum Umgang mit diesem Werk aus. Das Wandbild wurde von seiner ursprünglichen Stelle entfernt und durch ein zeitgenössisches Kunstwerk ersetzt. Es befindet sich heute im Bernischen Historischen Museum. Der Fall wird immer noch kontrovers diskutiert. Wie viel unbequemes Erbe verträgt ein Schulhaus, der öffentliche Raum oder ein Verwaltungsgebäude? Was ist eine angemessene Kontextualisierung? Wie wird das Werk im Museum erfahren? Und wie kann das unbequeme Erbe dabei helfen, das strukturelle Rassismusproblem in der Gegenwart zu lösen?

Impressum

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Das Erste Forum zum Kulturerbe der Schweiz ist eine gemeinsame Veranstaltung im Rahmen des Nationalen Kulturdialogs. Es wird getragen von:



  • Eidgenössisches Departement des Innern EDI / Bundesamt für Kultur BAK
  • Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren EDK / Konferenz der kantonalen Kulturbeauftragten KBK
  • Schweizerischer Städteverband SSV / Städtekonferenz Kultur SKK
  • Schweizerischer Gemeindeverband SGV

Partnerin und Gastgeberin:

  • Stadt Winterthur

  • Design und Umsetzung:

  • Büro für Erfrischung GmbH Winterthur, erfrischung.ch